Digitale Unabhängigkeit - der Digital Independence Day

von Robin Schubert am Sonntag, 1. Februar 2026

Wer schon länger Linux nutzt, hat in der Regel seine Gründe. Nicht selten ist das der Wunsch nach Freiheit; die Freiheit die Apps zu installieren die man nutzen möchte oder braucht, und nicht die vom Hersteller genehmigten. Die Freiheit seine Software zu verändern und anzupassen und vor allem auch die Freiheit die eigene Privatsphäre zu schützen anstatt auf Gedeih und Verderb den Nutzungsbedingungen von Big Tech ausgeliefert zu sein.

Das Thema ist uns nicht neu. Neu ist aber, dass sich seit kurzem auch eine wesentlich breitere Masse dafür interessiert; Nicht nur Hobbyisten und Nerds sondern auch Eltern die sich fragen wie sie ihre Kinder im Netz vor rechter Hetze schützen können, Politiker:innen die Angst haben aus ihren Outlook-Konten und anderen Microsoft Diensten ausgesperrt zu werden, Queere Personen die sich auf Sozialen Plattformen ausgeschlossen oder sogar verfolgt fühlen, Unternehmer:innen die Betriebsspionage fürchten oder einfach anständige Menschen die die Nase voll haben von einer digitalen Abhängigkeit die ihnen KI generierten Slop in jeder möglichen Art aufdrängt.

So hilflos sind wir nicht

Die gute Nachricht ist: So hilflos sind wir nicht. Wir können direkt etwas ändern. Es reicht wenn es kleine Schritte sind; Stück für Stück, aber immer weiter. Das ist die Idee vom Digitalen Unabhängigkeitstag oder auch Digital Independence Day (oder kurz DID). Den Startschuss hatte Marc-Uwe Kling auf dem 39. Chaos Communication Kongress gegeben.

Der DID soll jeden ersten Sonntag im Monat stattfinden, mit der Idee dass man sich für jeden DID eine weitere Kleinigkeit vornimmt mit der man sich digital etwas unabhängiger macht. Das könnten Dinge sein wie die Standard Suchmaschine auf dem Handy zu wechseln, von Google weg zu einer datenschutzfreundlicheren Alternative. Oder den Messenger von WhatsApp zu Signal zu wechseln. Natürlich ist es auch völlig okay erst ein mal die Alternative auszuprobieren und eine Zeit lang Zweigleisig zu fahren.

Auf https://di.day gibt es dazu einige Wechselrezepte die das Wechseln erleichtern und schmackhaft machen sollen.

Zuletzt darf man voller Stolz mit seinem Wechsel angeben; ob in sozialen Netzwerken oder bei Freunden und Verwandten ;-) Unter den Hashtags #diday, #DIDit oder #DUTgemacht findet man schon jetzt etliche Nachrichten von Menschen die die Nase voll hatten und den Digitalen Unabhängigkeitstag mit einem eigenen Schritt in Richtung ihrer eigenen Unabhängigkeit feiern.

Zusammen feiern macht mehr Spaß

Es war schon immer so; zusammen feiern macht mehr Spaß. Deshalb entstehen gerade in vielen Städten überall offene Treffs. Wer Fragen oder Bedenken hat oder sich einfach nur austauschen will; die Menschen kommen zusammen um ihre kleinen und großen Schritte zu machen um langsam aber sicher eine Bewegung weg von Big Tech zu freien und unabhängigen Alternativen zu machen. Auch in Münster wollen wir regelmäßig in präsenz zum ersten Sonntag im Monat ein offenes Treffen anbieten, um dieses Projekt zu unterstützen. Zum ersten mal wird das am 01.02.2026 in der Warpzone stattfinden. Mitglieder der Warpzone e.V. und MüSLi aber auch aus anderen Gruppierungen aus Münster werden auch zur Beratung und Beantwortung von Fragen vor Ort sein oder einfach feiern.

Also kommt vorbei, teilt eure Erfolge und Erfahrungen, macht mit und feiert mit uns!